bet haskala  

Die kleine Synagoge im Norden Berlins

 
 

Die Vorsitzende des Freundeskreises besuchte die 

jüdische Gemeinde in Rhodos-Stadt


Aus ihremUrlaub in Griechenland 
erreichte uns dieser Brief von 
Solveig Hammer-Schenk nebst einigen Fotos 





Lieber Benno SIMONI, lieber Rabbiner PAL, 
liebe Gemeinde BET HASKALA, liebe CHAWERIM,

ein herzliches SCHABBAT SCHALOM sendet Euch heute Abend die kleine Synagogengemeinde BEIT HA-KNESSET KAHAL KADASH SHALOM aus Rhodos-Stadt, die derzeit mit 40 Personen (7 Familien) von ehemals 4000 Juden (1930) nur noch einen Bruchteil Ihrer einstigen Größe darstellt.

Am heutigen Schabbat-Abend beginnt hier in Rhodos-Stadt in der sephardischen Synagoge aus dem Jahre 1577 das drei Tage dauernde 75. GEDENKEN DER DEPORTATION DURCH DIE NAZIS im Jahre 1944/45. Zelebriert werden die Gedenktage durch die jüdische Gemeinde Rhodos und ehemalige Rhodische Juden aus aller Welt, die extra angereist sind.

Als Vorsitzende der CHAWERIM hatte ich gestern, am eigentlichen Gedenktag (18. Juli) die Gelegenheit zu Gesprächen mit der Direktorin des JEWISH MUSEUM RHODOS/ SYNAGOGE, Frau Karmen KOËN, die Berlin und seine jüdischen Stätten bereits mehrfach besucht hat.

Sie ist dem progressiven Judentum gegenüber sehr aufgeschlossen und versucht auch hier in Rhodos, die eine oder andere moderne Neuerung einzuführen (mithilfe einer Rabbinerin aus Italien), was großen Anklang findet. Gerne möchte Sie bei ihrem nächsten Berlin-Besuch die Gemeinde BET HASKALA besuchen.

Auch hatte ich Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem Rhodischen Auschwitz-Überlebenden Salomone Samuel "Samy" MODIANO (89), der mit 13 Jahren deportiert und mit 14 Jahren befreit wurde. Er hat ein Buch über seine Erlebnisse geschrieben und hält als Zeitzeuge Vorträge in deutschen Schulen in Italien. In Deutschland war er noch nicht. Wir unterhielten uns auf Französisch, seine Muttersprache ist das Rhodisch-sephardische LADINO (Judenspanisch), mit seiner Frau spricht er Italienisch. Er appelliert an alle Deutschen, dass so ein Verbrechen nie wieder passieren dürfe und vor allem: nicht zu vergessen!

Wir wurden von Herrn Isaac HABIB sachkundig durch die Synagoge aus dem 16. Jahrhundert sowie das angrenzende Museum geführt. Während unseres Aufenthaltes trafen ehemalige Rhodisch-jüdische Familien aus den USA sowie Brasilien ein. Herr HABIB, dessen Mutter Bergen-Belsen überlebte, war selbst in Südafrika aufgewachsen, wohin seine Eltern nach dem Krieg emigrierten.

Er hat hier im JEWISH MUSEUM RHODOS auf der Homepage Stadtpläne vom Jüdischen Viertel Rhodos-Stadt mit den Namen der ehemaligen Hausbesitzer veröffentlicht. Das Jüdische Viertel hier mit seinen winzigen verwinkelten Gässchen und teils verfallenen Häusern macht inzwischen einen eher ärmlichen Eindruck. Das Viertel umfasst etwa 15-20% der gesamten Altstadt. 

Die inzwischen aus aller Welt anreisenden ehemals Rhodisch-jüdischen Familien versuchen nun, in der 2. und 3. Generation nach dem Holocaust, ihre Familienherkunft zu rekonstruieren und ihren ehemaligen enteigneten Besitz auf Rhodos wiederzuerlangen.

Das JEWISH MUSEUM RHODOS arbeitet zu diesem Zweck sogar mit der Hilfe von DNA-Analysen in Zusammenarbeit mit einem Genetiker, um die Verwandtschaftsverhältnisse der Familien untereinander und weltweit zu beweisen. Anschauen lässt sich dies alles auf der Homepage www.rhodesjewishmuseum.org

Insgesamt war unser Empfang, obwohl wir Deutsche sind und die Erinnerung an die Nazi-Besatzung noch sehr präsent ist, ein sehr freundlicher. Die Direktorin Karmen KOËN, der Zeitzeuge Salomone Samuel MODIANO sowie der Hobby-Historiker Isaac HABIB lassen Euch aus RHODOS herzlich grüßen.

Diesen Grüßen schließe ich mich samt meiner Familie an und verbleibe bis zu einem Wiedersehen

Eure

Solveig HAMMER-SCHENK
Vorsitzende der CHAWERIM

 






 
 
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